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Seemotive :

Fährschiffslinie

Kiel - Korsør


Hermod

1853 wurde die Fährverbindung vom dänischen Hafen Korsør zum deutschen Hafen Kiel von der dänischen Post ins Leben gerufen (Det Kongelige Danske Postvæsen, København).
Eines der ersten Schiffe auf dieser Linie war das Dampfschiff "Hermod".
Das Schiff mit einem Holzrumpf hatte eine Länge von 49m, eine Breite von 6,4m und einen Tiefgang von 3,4m.
Die Damppfmaschine von Baumgarten & Burmeister schaffte ca. 120 PS.


Zu den ersten Schiffen auf dieser Linie gehörte auch die dänische "Freya". Sie wurde von 1863 bis 1883 auf der Fahrt zwischen Korsør und Kiel eingesetzt.
Das 62 m lange Schiff wurde mit 329 BRT vermessen und konnte mit einer Maschine mit
800 PS 12,6 kn laufen. Der Schiffsrumpf bestand bereits aus Stahl.
188 Passagiere konnten an Bord genommen werden für die auch 54 "Kojenplätze" bereitstanden.

Freya


Dampsk

Ab 1856 wurden für mehrere Dampfschiffslinien sogenannte Dampfschiffspostexpeditionen eingerichtet.
Das war nicht nur auf der Korsør - Kiel Linien sondern auch bei Verbindungen zu Århus und Nyborg.
Es gab Aufgabestempel mit "DAMPSK. POST SPED.) und Entwertungsstempel mit Drei- und Vierringen.
Die Stempel lassen sich nicht den einzelnen Linien zuordnen. Die Postbeamten hatten stets "ihre" Stempel.


Ab 1883 übernahm die Dänische Eisenbahngesellschaft den Korsør - Kiel Dienst, ab 1885 die DSB - Danske Statsbank.
Ab 1880 beteiligte sich die Kieler Reederei Sartori & Berger an diesem Dienst. Sie bekam finanzielle Unterstützung aus der Hauptstadt Berlin, initiert durch Heinrich von Stephan.
Es wurden die Dampfschiffe "Der Kaiser" und "Kronprinz Friedrich Wilhelm" eingesetzt.
Der "Kronprinz" konnte schon 15 kn laufen und benötigte für die Strecke nur sechs Stunden.
Neben dem Postdienst wurden Passagiere, Vieh, Fisch und Stückgüter transportiert.

Karte


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Aus Konkurrenzgründen wurden ab 1893 drei neue Schiffe für Sartori & Berger gebaut.
Es waren die "Prinz Waldemar", "Prinz Adalbert" und die "Prinz Sigismund".
Im Volksmund wurden sie als die "Prinzenschiffe" und die Linie als die "Prinzenlinie" bezeichnet.
Die rund 63m langen Schiffe hatten eine Vermessung von 702 BRT, die Dampfmaschine schaffte 1300 PSi und mit den zwei Schrauben liefen sie 13 kn. Es konnten 650 Passagiere mitgenommen werden.


Stempel
Stempel

Diese rechteckigen Kostenstempel mit "KORSØR-KIEL DPSK: POSTKT: No" mit den Nummern 1 - 4 wurden von 1872 bis 1910 verwendet und kamen auf dänischen und deutschen Belegen vor.
Beim Datum fehlte die Jahresangabe.
Bei der Abkürzung DPSK steht DP für Dampf, SK für Skibe, POSTKT steht für Postkontor. Die Nummern waren keinem Schiff zugeordnet sondern den einzelnen dänischen Postbeamten.


Bild

Auf diesem Bild wird 25 Jahre Linie Korsør - Kiel gefeiert. Das wird so um 1905 auf einem der "Prinzendampfer" gewesen sein.
Als Teilnehmer sind unter dem Bild mehrere Konsuln, Direktoren, Geheimräte, ein Vizeadmiral, ein Postrat und weitere Honoratioren aufgeführt.


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Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde von Sartori & Berger der Postdampferdienst nach Korsør eingestellt.
Am 1.Juni 1921 begann man erneut mit der Wiederbelegung dieser Verbindung. Der Dampfer "Sigismund" fuhr nach Korsør.
Dennoch musste wegen fehlender Fahrgäste der Betrieb 1924 wieder eingestellt werden.


Stempel
Stempel
Stempel
Stempel

Einige Stempel Abbildungen Korsør - Kiel
und Kiel - Korsør.

Stempel


Plan
Plan


Nach dem 2. Weltkrieg liess die Kieler Reederei Paulsen & Ivers zwei amerikanische Minensuchboote zu Fährschiffen umbauen.
Sie bekamenn die Namen "Harald Ivers" und "Christian Ivers" (Bild rechts). Mit diesen beiden Schiffen wurde die Kiel - Korsør Linie 1950 erneut gestartet.
Die 68 Meter lange "Christiian Ivers" hatte eine Tonnage von 782 BRT und konnte mit zwei Dampfmaschinen und zwei Propellern 17 kn laufen.
Ch. Ivers
1950 wurden über 26.000 Passagiere, rund 3000 Kraftfahrzeuge und diverse Stückgüter befördert.
1951 sollte die Linie auf eine breitere Basis gestellt werde. Es wurde die "Kieler Reederei GmbH." gegründet.
Doch in diesem Jahr erreichten die Beförderungszahlen nicht die geplante Höhe. Die Fährlinie Großenbrode - Gedser nahm der Kieler Linie zu viele Passagiere ab.
Kiel - Korsør wurde 1952 wieder eingestellt, die Schiffe verkauft.


Scania

Nach Foto von Tim Schwabedissen

Ab Juni 1964 startete die Skandinavisk Linjetrafik einen Liniendienst zwischen Korsør und Kiel. Es wurde die Autofähre "Scania" eingesetzt, im Mai 1965 kam noch die "Prinsessan Christina" dazu.
Allerdings nur für ein halbes Jahr, denn die Fährverbindungen von Puttgarden und Travemünde erwiesen sich als zu starke Konkurrenz. Im November 1966 machte auch die "Scania" ihre letzte Fahrt auf dieser Route.


Stena
Von 1972 bis 1981 setzte die schwedische Stena Line mehrere Fährschiffe auf der Route Kiel - Korsør ein.
Es waren die Schiffe "Stena Germanica (I)", "Stena Finlandia", "Skagen", "Stena Scandinavica", "Stena Olympica" und "Scandinavica".
Stena


Smyril line
Die Smyril Line von den Färöer Inseln kauften sich 1983 aus Schweden eine "Gustav Vasa (2)" die 1973 in Rendsburg gebaut war. Das Schiff wurde in "Norröna" umbenannt.
Es wurde auf verschiedenen Routen zwischen Norwegen und den Färöern eingesetzt.
Das Bild links stammt von einer Reedereipostkarte.
Im Winter wurde das Schiff oft verchartert. So fuhr die "Norröna" (1) von Oktober 1983 bis Mai 1984 auf der Route Kiel - Korsør.
Das Schiff war 129m lang, hatte eine Breite von 21m, lief mit Dieselmaschinen 22 kn und konnte 1040 Passagiere befördern.


Nachdem die Smyril Line im Mai 1984 ihren Dienst zwischen Korsør und Kiel eingestellt hatte übernahm die dänische "Danske Statbaner" in Kopenhagen zeitweise diese Linie.
Eingestzt wurde die Fähre "Kong Frederik IX", anfangs allerdings nur sporadisch zur Sommerzeit.
Sie fuhr 1984 und 1990 nur im Sommer, erst ab Juni 1993 bis Dezember 1995 konstant von Kiel nach Korsør.
Kong Fredrik
Seit 1996 findet keine Fährschifffahrt zwischen Kiel und Korsør statt.
Die Linien von Kiel nach Göteborg und Oslo, zwischen Puttgarden und Rødby und von Travemünde nach Trelleborg, Bornholm dominieren den Fährverkehr zwischen Deutschland und Skandinavien.
Und ein im Bau befindlicher Tunnel zwischen den Inseln Fehmarn und Lolland wird die Fährschifffahrt vor weitere Probleme stellen.


Kiel
Auf der linken Marke steht rechts unten:
Kiel - Fährhaus nach Norden.

Quellen:
Sammlung Friedrich Gloe

Lars-Kristian Brandt, Der Kieler Fährhafen, Sutton Verlag, 2020

Christian Ostersehlte, Reederei und Schiffsagentur Sartori & Berger 1858 - 1918, Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 84, Heft 5

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