Seemotive :

Der Schiffbau in Kiel
ship building

Teil 1, von 1800 bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Die Geschichte der Werften ist nicht Thema dieser Seite.
Sie werden nur kurz genannt.
Hier geht es um die unterschiedlichen Schiffstypen, die in Kiel gebaut wurden.


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Ab dem 18. Jahrhundert kann man von einem Schiffbau in Kiel sprechen.
Es entwickelten sich mehrere kleine Schiffbaubetriebe die hölzerne Segelschiffe erstellten.
Auf Ansichtskarten und philatelistischen Belegen sind allerdings nur die großen Werften des 20. Jahrhunderts zu finden.
Zu den "großen" Werften gehörte die Krupp Germaniawerft, die Kaiserliche Werft, die später Reichswerft, dann in Deutsche Werft umbenannt wurde, die Nordwerft, später Marinearsenal und die Howaldtswerke.
Von den vielen "kleineren" Werften müssen, die Kolbe Werft, die Frahm Werft und die Lindenau Werft genannt werden.
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1838 gründeten der Kieler Kaufmann Johann Schweffel und der Mechaniker August Friedrich Howaldt eine Maschinenbauanstalt und Eisengießerei aus der später durch Fusionen mit der 1865 gegründeten Howldtswerft eine Werft bzw. Werftengruppe bis in die heutige Zeit entstand.

Die Namen änderten sich durch Zusammenschlüsse mehrerer Firmen zu Kaiserlichen Werft, Howaldtswerke AG, Howaldtswerke in Kiel und Hamburg, dann zu Howaldtwerke / Deutsche Werft AG (HDW)und weiter zu ThyssenKrupp Marine Systems und German Naval Yards.
Dazu kamen weitere Beteiligungen in Deutschland, Schweden und Griechenland.


Zu den "größeren" Schiffen gehört die Fregatte "Johann Julius von Altona", die 1832/33 auf der Kieler Frahm Werft gebaut wurde.
Fregatten besaßen drei Masten, führten die Takelung eines Vollschiffes und verfügten über ein durchlaufendes Deck, auf dem etwa 20 bis 30 Geschützen verteilt standen. Hauptbewaffnung an Bord waren 3- bis 12-Pfünder.
Nach einem Gemälde sah die "Johann Julius von Altona" ziemlich so aus wie auf dieser Briefmarke.
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Als 1850 die deutschen Küsten mal wieder von dänischen Kriegsschiffen blockiert waren, entwickelte Wilhelm Bauer seinen 'Brandtaucher' (Incendiary Diver).
Er wollte mit ihm die feindlichen Schiffe sprengen.
Sein Boot war für eine Besatzung von drei Mann konstruiert, zwei Personen mussten mit Treträdern die Schraube antreiben.
Das Boot hatte ein verschiebbares Trimmgewicht und eine Anlage zur Lufterneuerung!
Das 8 m lange Boot wurde 1850 bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei Schweffel & Howaldt in Kiel gebaut.
Allerdings sank es bei einer Testfahrt.


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Die erste "Gauss" war eine Barkentine, die der Erforschung der Antarktis diente und von 1901 bis 1903 während der deutschen Gauß-Expedition unter Erich von Drygalski eingesetzt wurde.
Einige Daten: Länge üa 46m, Breite 11m, Tiefgang max. 4,8m. Verdrängung 1.450 t, Dampfmaschine für eine Fahrt von 7kn, Besatzung 32 Mann incl. Forscher.
Sie wurde 1901 bei den Kieler Howaldtswerken gebaut.


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Sammlung Theodor Siersdorfer, Essen

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Der Frachter "Emma" (linkes Bild) war der 100. Neubau der Howaldtswerke im Jahre 1883. Das Schiff hatte 863 BRT, war bereits aus Stahl gefertigt und hatte keine Hilfsbesegelung.
Die "Blaue Dampferlinie" des Wellingdorfer Reeders August Christian Hansen verkehrte in Kiel von 1900 bis 1965 auf der Strecke vom Seegarten nach Neumühlen-Dietrichsdorf.
Der abgebildete Dampfer "Heinrich" soll auch in Kiel gebaut worden sein.


Es gab insgesamt fünf Yachten mit dem Namen "Meteor". Die "Meteor IV" (Bild) und auch die "Meteor V" wurde auf der Kieler Germania Werft 1909 bzw. 1914 für den Deutschen Kaiser Wilhelm II. erbaut.
Einige Daten zur "Meteor IV": Länge über alles 47,14m, Breite 8,27m, Tiefgang 5,49m, Segelfläche 1.371 qm. Die Geschwindigkeit lag bei 13 bis 15kn.
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Von 1902 bis zum Ende des 1. Weltkrieges wurden auf der Krupp Germaniawerft für die Kaiserliche Marine über 20 Schiffe gebaut.
Ein Beispiel dazu ist die SMS "Deutschland", sie war das erste von fünf Linienschiffen der Deutschland-Klasse.
Das Schiff lief 1904 vom Stapel, die Länge betrug 127,6m und voll ausgerüstet verdrängte sie 14.218 tons.
38 unterschiedliche Schnellfeuergeschütze, eine 80 mm Panzerung und eine Höchstgeschwindigkeit von 18 kn mit drei Propellern zeichneten das Schiff aus.


Aber auch auf den Howaldtswerken konnte man Kriegsschiffe bauen.
Als Beispiel hier der Kleine Kreuzer SMS "Undine", der 1902 vom Stapel lief.
Der Kreuzer war 105 m lang und verdrängte 3.112 tons. Das Schiff lief 21,5 kn und hatte 10 Geschütze und zwei Torpedorohre an Bord; Besatzung 270 Mann.
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Zu den Krupp Neubauten vor dem 1. Weltkrieg gehören auch mehrere U-Boote. Für die Kaiserliche Marine wurde das "U 1" 1906 erstellt.
Das Boot hatte eine Länge von 42m, verdrängte im getauchten Zustand 283 tons, lief über bzw. unter Wasser 11 bzw. 9kn, hatte als Bewaffnung ein Torpedorohr mit drei Torpedos und 12 Mann Besatzung.


Wie man auf diesem Brief mit dem entsprechenden Stempel sieht, wurden schon 1910 U-Boote für die österreichische Marine auf der Germania-Werft in Kiel gebaut.
Es handelte sich um die Boote U3 und U4 der KuK Marine die 1909 in Dienst gestellt wurden.
Sie waren 43m lang, liefen über / unter Wasser 12 / 8,5kn.
Sie konnten 50m tief tauchen und hatten zwei Torpedorohre im Bug.
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1915 wurde die neue Deutsche Ozean-Reederei gegründet. Sie sollte frachttragende U-Boote, als erstes das U-Boot "Deutschland", bereedern.
Stapelauf war 1916 bei der Germania Werft in Kiel. Das 65m lange Boot konnte fünf kn unter Wasser laufen und bis 50m tief tauchen.
Zwei Fahrten über den Atlantik zu den Vereinigten Staaten wurden durchgeführt. Als die USA dann in den Krieg gegen Deutschland eintraten wurde das Boot zu U-155 bei der Kaiserlichen Marine umfunktioniert.


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Anfang der 1920er Jahre ließ Anton Flettner den Dreimastschoner "Buckau" auf der Germaniawerft Kiel zu seinem Rotorschiff mit „Walzensegeln“ umbauen.
Jeder der beiden Rotoren hatte 2,8m Durchmesser, eine Höhe von 18,3m und wurde durch einen Elektromotor angetrieben.
Bei seitlich einfallenden (halben) Wind wird von den drehenden Rotoren ein Vortrieb erzeugt. Das Experiment war technisch gesehen erfolgreich, war aber als Hauptantrieb besonders für größere Schiffe nicht geeignet.


Der Frachter "Kiel" wurde 1922 ebenfall bei der Krupp Werft gebaut.
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Die Germania Werft baute auch mehrere Segler für die Reederei Vinnen. Unter anderem auch 1921 die "Magdalene Vinnen II", die heute mit dem Namen "Sedov" unter russischer Flagge fährt.
Die Viermastbark hat eine Länge von 118m und eine Segelfläche von 4.118 qm.


Es wurden in Kiel auch Passagierschiffe gebaut.
Abgebildet ist das Schiff "Silvana", dass im Seebäderdienst nach Helgoland und den Ostfriesischen Inseln eingesetzt wurde.
Das Schiff wurde 1897 von den Howaldtswerken gebaut.
Es war 63m lang, lief 14kn und konnte 618 Passagiere an Bord nehmen.
Es war für die Nordsee-Linie des Hamburger Reeders Albert Ballin gebaut worden.
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Oben die "Schwarzenfels",
unten die "Schwabenland".

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Das Frachtschiff "Schwarzenfels" wurde 1925 auf den Deutschen Werken in Kiel gebaut. Das Schiffv war 149 m lang und hatte eine Tragfähigkeit von 11.714 tdw. Mit zwei Propellern und zwei Dieselmotoren lief das Schiff 12 kn.
1934 kaufte die Lufthansa das Schiff und liess es bei der AG Weser in Bremen zum Katapultschiff umbauen. Es bekam den Namen "Schwabenland".
Das Schiff wurde ein schwimmender Flugstützpunkt zwischen Afrika und Südamerika.
Auf halber Strecke wurde im Atlantik bei der "Schwabenland" gewassert. Das Flugboot glitt auf ein Schleppsegel (Schlepprampe) des Schiffes und wurde dann per Kran an Deck gehievt.
Dann folgten auftanken und der Katapultstart zum Weiterflug.


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Die Viermastbark "Hussar V" wurde 1931 auf der Krupp Germaniawerft in Kiel gebaut.
Das 41m lange Schiff wurde für den amerikanischen Börsenmakler Hutton luxuriös eingerichtet.
Das Schiff wechselte mehrfach den Besitzer und auch seinen Namen.
Heute 2022 segelt das Schiff unter dem Namen "Sea Cloud of Cayman" als Kreuzfahrer durch die Weltmeere.


Die Deutschland-Klasse umfasste drei Kriegsschiffe, die für die deutsche Reichsmarine unter den Beschränkungen des Versailler Vertrags gebaut wurden.
Die Schiffe wurden von den Briten wegen ihrer geringen Größe und starken Artillerie als Westentaschenschlachtschiffe bezeichnet.
Das Typschiff Panzerschiff "Deutschland" lief 1931 bei den Deutschen Werken in Kiel vom Stapel.
Die Länge betrug 186m, Verdrängung max. 14.290 tons, Geschwindigkeit 28kn, Panzerung 60-80 mm, 14 Schnellfeuerkanonen, 3 mal Flak und 8 Torpedorohre. Besatzung 951 bis 1.150 Mann.
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Schwesterschiffe waren die "Admiral Scheer" und "Admiral Graf Spee", siehe Marke.


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Die "Graf Zeppelin" war ein für die deutsche Kriegsmarine gebauter Flugzeugträger, der unvollendet blieb und nie in Dienst gestellt wurde.
Der Bau zog sich bei den Deutschen Werken Kiel mit Unterbrechungen von 1936 bis 1943 hin.
Obwohl weit fortgeschritten wurde der Bau auf einen Befehl von Hitler dann endgültig eingestellt.
Es sollten mehr Uboote gebaut werden.
Einige Daten: L*B*T - 263*32*9m, Verdrängung 33.550 tons. 43 Flugzeuge sollten von dem Schiff starten, als Besatzung rechnete man mit 1.760 Mann plus Flugpersonal.


Für die Deutsche Kriegsmarine wurde von 1936 - 38 der Schwere Kreuzer "Prinz Eugen" auf der Kieler Germaniawerft gebaut.
Einige Daten:
Länge - Breite- Tiefgang:   212 - 22 - 7 Meter,
Verdrängung max. 18.750 tons, drei Getriebeturbinen, Geschwindigkeit 32 kn,
8*20,3cm Kanonen, weitere 24 mit kleinerem Kaliber,
28 Flak's, 12 Torpedorohre.
Panzerung 70-80 mm, Besatzung 1.382 - 1.599 Mann.
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Während des 2. Weltkrieges lieferte die Kieler Germaniawerft insgesamt 131 U-Boote der Klassen II B, VII, XB, XIV, XVII und XXIII an die Kriegsmarine.
Auf den Marken links ein Boot der Klasse VIIc und rechts der Klasse VIIa.
Das VIIc Boot war ein Einhüllenboot und hatte eine Länge von 67,1m, Breite 6,18m, aufgetaucht 761 tdw, lief 17,6kn über und 7,6kn unter Wasser.
Vier Torpedorohre befanden sich im Bug, eines im Heck.
Insgesamt waren 14 Torpedos an Bord, ein Deckgeschütz und eine Flak, später zwei. Besatzung 44 Mann. Prüftauchtiefe 165m, Zerstörungstauchtiefe 280m.


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Der Fördedampfer MS "Stadt Kiel" ist ein Museumsschiff mit Heimathafen Kiel und ein technisches Kulturdenkmal des Landes Schleswig-Holstein. Das Schiff at eine Länge von 28m, eine Breite von 7,30m und ist mit 253 BRT vermessen.
Sie verfügte ursprünglich über 400 Sitzplätze, ist heute aber nur noch für bis zu 100 Passagiere ausgelegt.
Gebaut wurde sie bereits 1934 bei der Germania Werft in Kiel.


Wenn Sie sich den zweiten Teil über den Schiffbau in Kiel ansehen wollen brauchen Sie nur auf diese Zeile zu klicken.


Quellen:
Wikipedia Internet Enzyklopädie
Cristian Ostersehlte, Schiffbau in Kiel, Husum, 2014
Bruno Bock, Gebaut bei HDW, Koehler Verlagsges., 1988

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