Schiffspost
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von der Arge!

Schiffspost


Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 169 mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Die Schiffspost der Reederei Horn, Hamburg, auf der Linie Hamburg - Westindien von 1936 - 1939, Teil 1.
  • Die Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939, 17. Fortsetzung !
  • Dampfer BIAFRA im Ost-Afrika-Dienst.
  • Schiffspost aus der Inflationszeit.
  • Die Strandung des Schulschiffes SMS "Gneisenau" 1900.
  • Operatiorn Südflanke: Tender WERRA und DONAU der Bundesmarine im Einsatz 1990
  • Bundesmarine: Da blieb auch mal was liegen ........
  • Bergen - Kirkenes - Bergen, eine schöne Seereise auf der MS POLARLYS.
  • Vollschiff KHERSONES.
  • Aktuelle Meldungen und Notizen, u.a. mit Stempeln und Belegen von der POLARSTERN, vom Dampfeisbrecher STETTIN, der HAVILA CASTOR und dem Dampfboot BJOREN. Dazu ein Bericht über neue Literatur über norwegische Schiffspost

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.

Einige Artikel aus dem Rundschreiben finden Sie auch auf dieser Internetseite.



Ein detaillierter Bericht über die "Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939" geht nun in die 17. Fortsetzung.

Diesen Bericht bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit dem Dampfer "Rhenania" oben klicken.



Die Schiffspost der Reederei Horn, Hamburg,
auf der Linie Hamburg - Westindien von 1936 - 1939
Friedrich Steinmeyer, Große Fuhren 35, 27308 Kirchlinteln,
f.steinmeyer@ t-online.de

Vor ca. 45 Jahren haben wir im Rahmen unserer beginnenden Forschungsarbeiten über die Deutschen See- und Schiffsposten einen kleinen 6-seitigen Katalog unter dem Titel:

Die Schiffspoststempel der Horn - Linie
H. C. Horn, Hamburg

unter der Federführung von Arno Gottspenn (t) und Friedrich Steinmeyer herausgegeben. Die Herausgabe wurde erleichtert durch die kompletten Stempelbücher über die Schiffspoststempel der Horn-Linie der OPD Hamburg, die im Postmuseum unter der Leitung von unserem Alfred Fabke archiviert waren, und uns zur Verfügung gestellt wurden.

Bedingt durch die Berichterstattung "Die Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien" wurden wir von unseren Mitgliedern gebeten, auch über das Gebiet zwischen den beiden Weltkriegen zu berichten, da man mehr über diese Zeit wissen wollte, da man eigene Belege besitze.
Diesem Wunsch kommen wir gern nach und beginnen mit einer Neubearbeitung der Schiffsposten auf den Schiffen der Horn-Linie in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Die Reederei H. C. Horn eröffnete 1879 in Schleswig einen Reedereibetrieb, der 1921 nach Flensburg übersiedelte.
Die Reederei beschäftigte sich bis dahin in der kleinen Küstenfahrt und in der Trampfahrt, war aber bis dahin eine der größten Reedereien im Ostseeraum.
Aus dieser Zeit können wir leider keine Nachweise von Schiffspostbriefen feststellen. Nach dem Ende des I. Weltkrieges mußte die Reederei all seine Schiffe bis auf den Dampfer IRMGARD HORN abgeben.
Dieser Dampfer wurde bereits 1920 in die Karibik gesandt, um zu erkunden, ob man dort neue Liniendienste einrichten konnte.
Dieser Versuch verlief erfolgreich und führte zum Aufbau eines Liniendienstes von Deutschland in die Karibik mit dem Haupthafen Willemstad auf Curacoa.
12 neue Frachtschiffe mit Passagiereinrichtungen wurden von 1924 bis 1932 in Auftrag gegeben.
Die Motorschiffe hatten eine Größe von 3.000 bis 4.000 BRT. 1927 wurde die H. C. Horn-Linie von der etablierten Westindien Konferenz als Mitglied aufgenommen.
1931 begann dann eine Zusammenarbeit mit der Hapag. 1933 wurde der Firmensitz nach Hamburg verlegt und die Liniendienste in die Karibik entwickelten sich sehr positiv.
Ab 1936 erhielten dann die wichtigsten Motorschiffe der H.C. Horn-Linie Bordpostämter, die mit einem Normstempel ausgerüstet wurden. Diese stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Anzeige für den Westindiendienst der Hom-Linie aus dem Jahr 1936,
(Quelle: Sammlung Gerd Uwe Detlefsen)

Die Anzeige beschreibt den regelmäßigen Passagier-, Post und Frachtdienst nach West-Indien mit der wöchentlich bedienten "Süd-Linie" und der 14-täglichen "NordLinie".
Die von den Motorschiffen der Horn-Linie angelaufenen westindischen Häfen können Sie dieser alten Anzeige entnehmen.
Die nachfolgend abgebildeten und beschriebenen 11 Stempel der Deutschen Schiffspost der Horn-Linie auf der Linie von Hamburg nach Westindien erhalten eine neue Stempelnummer (unter Nennung der alten Nummer) zeigen Ihnen anhand der neuen Forschungen und Belegkopien den heutigen Stand.
Falls Sie, lieber Sammlerfreund weitere Erkenntnisse haben, würden wir uns über eine Meldung per Scan oder Kopie freuen.
Auch ältere Fahrpläne und Prospekte aus der Verwendungszeit der Schiffspoststempel wären für eine Registrierung willkommen.
Technische Daten: 3.179 BRT / 94,81 m lang / 14,11 m breit / 30 Passagiere.

Das Motorschiff wurde 1925 auf der Reiherstieg Schiffswerfte, Hamburg, erbaut / 28.5.1925 Stapellauf und Ablieferung als MINNA HORN an die Reederei H. C. Horn, Hamburg / im Frühjahr 1930 umgebaut / 4.6.1930 umbenannt in CLAUS HORN (6) / 23.8.1939 in Hamburg eingelaufen / 11.9.1939 als CLAUS an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg, verkauft / 10.10.1939 verkauft an das Deutsche Reich.
Ab 11.1939 Einsatz als Beischiff NEISSE der 2. U-Boot-AusbildungsflottiIIe / ab 10.1940 umgebaut zum Begleit- und Führerschiff und am 6.2.1941 von der 25. UBoot-Flottille in Dienst gestellt / bei der Reise von Neustadt nach Kiel am 3.5.1945 von einem britischen Flugzeug mit einer Luftrakete getroffen, anschließend Reparatur in Kiel / ab 21.11.1946 Einsatz als Wohnschiff der Universität Kiel / 24.5.1947 an Jugoslawien ausgeliefert, als TUPUSKO in Rijeka registriert / ab 31.10.1961 in Split abgebrochen.

Sehr schöner Brief aus der Dominikanischen Republik nach England, aufgegeben beim Zahlmeister des Motorschiffes CLAUS HORN im Mai 1933, vor der Einrichtung eines Bordpostamtes.
Die Freimarken zu 6 x 2 Centavos wurden mit einem Einzeiler "Claus Hom" in einer Antiquaschrift entwertet.
Der Brief wurde bei Ankunft in Europa in Le Havre mit dem dortigen Tagesstempel am 23.5.1933 gestempelt und der "PAQUEBOT"-Stempel angebracht.
Leider ist kein Eingangsstempel vorhanden. Der Beleg zeigt uns aber, dass die Zahlmeister der Hom-Linie im Umgang mit fremder Post ausgebildet waren und alles nach Regeln des Weltpostvereins erledigten.

Drucksache an den US-Seepostsammler Collier, Need/es, Californien, aufgegeben in einem Hafen von Curacao beim Zahlmeister des Motorschiffes CLAUS HORN.
Der entwertete die 6 Cent-Freimarke mit seinem Schiffspoststempel "416" am 27.1.1939. Der Brief wurde in Haiti am 2.2.1939 angelandet und mit einem anderen Schiff in die USA befördert.
Ein sehr schöner Beleg von der CLAUS HORN.
Dampfer CONSUL HORN

Technische Daten: 8.114 BRT / 138,81 m lang / 17,19 m breit / 2 Schrauben / 11 Knoten / 180 Passagiere.

14.9.1904 Stapellauf / 3.12.1904 auf der Werft Harland & Wolff, Belfast, als MAMARI an Shaw, Salvin & Albion Co., Southampton, abgeliefert / 11.9.1928 als GEROLSTEIN an Arnold Bernstein, Hamburg / 30.5.1930 in Kiel aufgelegt / 11.9.1930 an Arnold Bernstein, Hamburg / April 1933 von Deutsche Werke-Werft zum Autotransporter umgebaut / 19.6.1939 an die Reederei H. C. Horn, Hamburg, verkauft / 26.6.1939 umbenannt in CONSUL HORN / 31.8.1939 auf einer Reise von Hamburg nach Kuba / 11.9.1939 als CONSUL an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg / 9.1.1940 ab Aruba mit Kurs Heimat unter zeitweiliger Tarnung als russische MOLDETZ / 13.2.1940 an die Kriegsmarine als Kasernenschiff in Gotenhafen / 27.6.1940 Rückgabe / 21.9.1940 als CONSUL HORN wieder an H. C. Horn, Hamburg / 20.7.1942 auf der Reise von Narvik nach Emden mit einer Erzladung von einem britischen Luftminentreffer vor Borkum gesunken.

Korrektur: In der Stempelbeschreibung im obigen Bild muss "MS"duch "D" und "Claus" durch "Consul" ersetzt werden.

Die Abbildung zeigt eine Drucksachen-Postkarte nach Wien, bei der der Wertstempeleindruck zu 3 Pfg. Deutsches Reich sehr sauber mit dem Schiffspoststempel "417" vom Dampfer CONSUL HORN unter dem Datum "15.9.1939" entwertet und zusätzlich ein weiterer Stempel angebracht wurde.
Von dieser Karte wurden bislang noch zwei weitere Karten nachgewiesen.

Zusätzlich haben wie zwei weitere Briefe aus der Dr. Noltemeier-Korrespondenz registriert, leider reichen die vorliegenden sehr schlechten S/W-Kopien sich nicht für eine Reproduktion.

Man kann aber davon ausgehen, dass die Abstempelungen von der OPD Hamburg aus Gefälligkeit auf Sammlerpost angebracht wurden, denn der Dampfer CONSUL HORN war am "15.9.1939" bereits an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg, verkauft und in "CONSUL" umbenannt worden.
Sollten Sie lieber Leser, andere Belege besitzen, würden wir uns über eine Meldung per Kopie oder Scan sehr freuen.

Technische Daten: 3.184 BRT / 93,42 m lang / 13,97 cm breit / 1925 auf der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft erbaut / 1 1 Passagiere.

13.6.1925 Stapellauf / 8.10.1925 von der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft als FRIDA HORN an H.C.Horn, Flensburg, abgeliefert / 5.8.1939 ab Hamburg nach Trinidad ausgelaufen / 26.8.1939 an La Guaira du 27.9.1939 an Kiel / 11.9.1939 als FRIDA an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg, verkauft / 30.4.1940 an die Kriegsmarine als Transport "A 25" für das Unternehmen "Seelöwe" verchartert / 21.9.1940 wieder als FRIDA HORN an H. C. Horn, Hamburg / nach Umbau am 31.1.1941 als Torpedoklarmachschiff nach Kiel / nach Bombentreffer am 18.12.1944 in Gotenhafen lag das beschädigte Schiff am 9.5.1945 vor Neustadt/Holstein / bis 5.6.1945 als Wohnschiff in Eckernförde eingesetzt / 25.2.1946 an Russland abgeliefert, als BOGDAN HMELNITZKI für die UdSSR registriert / 1960 abgebrochen.

DS-Brief an den amerikanischen Seepostsammler William C. Vestal, Redlands, Californien,
aufgegeben beim Bordpostamt des MS FRIDA HORN, die Frankatur zu 6 Pfg. sehr sauber entwertet mit dem Normstempel "418" am 25.8.1937.

Sonderpostkarte an den Seepostsammler Josef Dahmann, aufgegeben beim Zahlmeister des M.S. FRIDA HORN" zur Rücksendung an ihn selbst aus dem Jahr 1931.
Der Zahlmeister entwertete den Wertstempeleindruck zu 8 Pfg. und die Zusatzfrankatur korrekt mit seinem Einzeiler "M. S. "Frida Horn" und gab die Karte zur Weiterbeförderung in Puerta Plata von Bord, dokumentiert durch den Tagesstempel unter dem Datum "10.12.1931".
Interessant ist der Text des Zahlmeisters auf der Rückseite der Postkarte für uns Sammler.
So fleißig und zuvorkommend waren damals die Zahlmeister, da kann man heute nur noch von träumen.

Motorschiff H.C. HORN

Sehr schöner Bedaffsbrief der HORN-LINIE nach Stralsund, aufgegeben beim Bordpostamt des ausreisenden Motorschiffes "H. C. HORN", die Frankatur zu 25 Pfg. entwertet mit dem Normstempel "419" (ex 0983) am 26.1.1938.
Die Post wurde über Dover zur Beförderung nach Deutschland abgegeben und dort mit dem Paquebotstempel unter dem 27.1.1938 als Transitnachweis gestempelt. Ein seltener Beleg.

Korrektur: In der Stempelbeschreibung im obigen Bild muss "Frida" durch "H.C." ersetzt werden.

Technische Daten: 4.132 BRT / 99,68 m lang / 15,16 m breit / 30 Passagiere.

16.7.1932 Stapellauf / 3.11.1932 von der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, Flensburg als H. C. HORN an die Reederei H. C. Horn, Hamburg, abgeliefert und im Hamburg-Westindien-Dienst eingesetzt / ene geplante Ausreise wurde am 24.8.1939 in Bremen abgebrochen / 1 1.9.1939 als HEINRICH an das Westindische Schiffahrtskontor GmbH, Hamburg, verkauft / 13.12.1939 an die Kriegsmarine als Wohnschiff der 2. Räumboot-Flottille / 16.6.1940 als Wohnschiff an den Führer der Minensuchboote West / 21.9.1940 als H. C. HORN wieder an die Reederei H. C. Horn, Hamburg, zurück /
Nach Umbau bei der Deutschen Werft als Sperrbrecher "27" an die 1. Sperrbrecher-Flottille / 2.5.1945 bei Travemünde durch britische Bombentreffer schwer beschädigt / 26.5.1945 britische Beute, die Reparatur wurde durch die Flender Werft versuchtt, aber wegen mehrfacher Plünderungen abgebrochen.
Im August 1945 lag das halb gesunkene Schiff in der Trave /Nach Bergung am 28.4.1946 ab Kiel / 26.5.1946 im Skagerrak mit Gasmunition versenkt.

Anmerkung:

Vor der Einführung des Bordpostamtes bearbeitete der Zahlmeister auch Post und entwertete die Briefmarken der Anrainerstaaten im westindischen Raum mit einem Einzeiler "M. S. "H. C. Horn"". Leider liegt uns keine gute Abbildung vor, daher können wir hier keinen Beleg zeigen.

Sollten Sie einen solchen Beleg besitzen, senden Sie uns bitte eine Kopie oder einen Scan, dann können wir Ihren Beleg in unseren Rundschreiben abbilden und beschreiben.

Motorschiff HEINZ HORN (2)

Technische Daten: 3.994 BRT / 95,72 m lang / 14,85 m breit / 30 Passagiere

12.11.1928 Stapellauf auf der Werft F. Schichau, Eibing, als HEINZ HORN an die Reederei H. C. Horn, Hamburg, abgeliefert und in den Westindien-Dienst der Reederei eingestellt / 24.8.1939 befand sich das Schiff in Curacao, 25.8.1939 Auslaufen mit Kurs Heimat, getarnt als schwedische HEDERA bzw. AXEL JOHNSON / 11.9.1939 als HEINZ an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg, verkauft /
1.10.1939 von Norwegen an Hamburg / 24.11.1939 an die Kriegsmarine als Tender der U-Bootsschule Warnemünde / 15.2.1940 als Tender zur U-Boots-Ausbildungsflottille Wesermünde / 21.9.1940 als HEINZ HORN wieder an H. C. Horn, Hamburg / 15.1.1941 als Beischiff an die 24. U-Boot-FIottiIIe Memel / nach einem britischen Bombentreffer strandet das Schiff bei Gotenhafen / 18.12.1944 geborgen / 12.5.1945 in Kopenhagen / 28.9.1945 Einsatz als Wohnschiff der GMSA / 29.6.1946 zunächst britische Beute / 10.7.1946 an die Niederlande übergeben, dort als BETUWE für die Regierung in Den Haag bereedert / 1947 als LIVARDEN nach Norwegen / danach nach London verkauft, umbenannt in ALDERNEY / 24.3.1961 in Hamburg abgebrochen.

Brief aus Trinidad & Tobago nach Flensburg, aufgegeben beim Zahlmeister des M.S. HEINZ HORN vor der Einführung des Bordpostamtes.
Die beiden Freimarken wurden vom Zahlmeister mit dem Einzeiler "M. S. "Heinz Hom"" entwertet. Bei der Postabgabe im Hamburger Hafen stempelte das Postamt seinen Tagesstempel "HAMBURG 1 / Briefentkartung" unter dem 25.7.1934 dazu. Ein sehr schöner Bedarfsbeleg aus der Zeit vor Einrichtung des Bordpostamtes.

Brief aus Caracas nach Nürnberg mit Beförderungshinweis auf das Motorschiff HEINZ HORN.
Bei Postabgabe in Hamburg wurde die bislang nicht entwertete Frankatur der Post von Venezuela mit dem Hamburger Paquebotstempe/ "Von der / Schiffspost" (Hosking Nr. 873) entwertet und der Tagesstempel des Hafenpostamtes Hamburg 14 am 8.5.1937 gestempelt. Ein sehr schöner Bedarfsbrief.
Postkarte an den Seepostsammler Jos. Tiedemann in Hamburg, der Wertstempeleindruck zu 5 Pg. Hindenburg sauber entwertet mit dem Schiffspoststempel "420" vom Motorschiff HEINZ HORN am 14.12.1936.


Motorschiff HENRY HORN (3)

MS HENRY HORN ex WALTRAUD HORN ex PRESIDENTE GOMEZ

Technische Daten: 3.164 BRT / 94,81 m lang / 14,11 m breit / 13 Knoten / 49 Passagiere.

14.1.1926 Stapellauf / 17.4.1926 von der Reiherstieg Schiffswerfte, Hamburg, als WALTRAUD HORN (2) an H. C. Horn, Hamburg, abgeliefert / 16.1.1936 umbenannt in PRESIDENTE GOMEZ (2) / 12.11.1936 umbenannt in HENRY HORN (3) und in den Westindiendienst eingestellt / am 30.8.1939 von Hamburg kommend an Fuikbaai/Nieuwpoort auf Curacao interniert / 11.9.1939 als HENRY verkauft an das Westindische Schiffahrtskontor, Hamburg / 11.1.1940 in Nieuwpoort wegen Zahlungsproblemen an die Kette gelegt / 10.5.1940 auf Curacao von den Niederlanden beschlagnahmt, nachdem ein Versenkungsversuch durch die Besatzung scheiterte / als BONAIRE fur die Niederländische Regierung in Curacao bereedert / Heimathafen Willemstad / August 1946 an KNSM verkauft / 9.8.1957 in Amsterdam beheimatet / 27.11.1957 in den Niederlanden abgebrochen.

Brief an den Seepostsammler Collier, Needles, Californien, aufgegeben in Kingstown, Jamaica, dort am 26.4.1939 die Frankatur zu 2 % d mit dem Tagesstempel entwertet.
Weiterbefördett mit dem MS HENRY HORN, vom Zahlmeister zusätzlich der Normstempel "421" am 30.4.1939 gestempelt.

Brief nach Heilbronn, aufgegeben am 21.8.1939 beim Bordpostamt des Motorschiffes HENRY HORN in Port au Prince, Haiti, die Frankatur zu 25 Pfg. Hindenburg entwertet am gleichen Tag mit dem Normstempel "421".
Der Brief wurde allem Anschein nach in Port au Prince zur Weiterbeförderung nach Deutschland beim dortigen Postamt abgegeben, blieb aber wegen der drohenden Kriegsgefahr dort liegen und wurde nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges der französischen Zensur zugeführt.
Dort geöffnet und zensuriert, wieder verschlossen und weiter nach Europa befördert und kam dann in Deutschland an.
Leider fehlt ein Eingangsstempel, so dass man nicht sagen kann, wann der Brief den Empfänger erreicht hat. Ein schöner Beleg aus der Zeit vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Leider erschließen sich mir die unterschiedlichen Zensurstempel wegen schwachen Abdrucke nicht.

Der Schluss des Berichtes über die weiteren Normstempel der Horn-Linie bringen wir im kommenden Rundschreiben Nr. 170.

Sollten Sie lieber Leser, noch weitere Details zu diesem Bericht beitragen können, senden Sie mir Ihre Anmerkungen, die dann im Schlussbericht mit eingearbeitet werden.

Friedrich Steinmeyer



Ein detaillierter Bericht über "Die Strandung des Schulschiffes SMS "Gneisenau" 1900"
von Manfred Schulz
bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit der Postkarte des Schiffes links klicken.



Schiffspost aus der Inflationszeit

Horst Lüddicke, Leipzig

Der oben präsentierte Infla-Brief wurde an Bord des Segelschulschiffes GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST vom Deutschen Schulschiff-Verein, Bremen, vom Schiffsarzt Dr. Franke, an seine Frau in Bremen aufgegeben und zwar als

Eilboten-Fernbrief von Kiel (20.12.1919) nach Bremen (21 .12.1919) aus der Portoperiode vom 1.10.1919 - 5.5.1920.
Gebühren: Fernbrief bis 20 Gramm = 20 Pfennig + Eilbotengebühr = 5 Pfennig = Gesamtgebühr 70 Pfg. Frankatur: 3 x Michel Nr. 1 11, 1 x 112 a.

Die am 25.8.1919 ausgegebene Kriegsbeschädigten-Marke von Bayern (Michel Bayern 172 A) hat mit den Gebühren nichts zu tun und ist als Spendenvignette zu sehen.

Ein attraktiver Beleg für eine See- und Schiffspostsammlung der Deutschen Inflationszeit.

Segelschulschiff GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST vom Deutschen Schulschiff-Verein, Bremen.
Foto: Deutsche Schulschiff-Verein

Die GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST wurde 1914 auf der Werft Tecklenborg & Co. erbaut.
Technische Daten: 1.700 BRT / 85,0 m lang 112,7 m breit / 5,2 m Tiefgang / Großmast: 53,0 m / Takelung als Bark / 22 Segel / Segelfläche: 2000 qm / 11 Offiziere / 16 Unteroffiziere / 10 Matrosen / 30 Kadetten / 200 Leichtmatrosen / Motor: 600 PS / Indienststellung 1914 / Dienstzeit: 1914-1918 / 1920 als Reparation abgegeben / als STAATSRAAD LEHMKUHL an Norwegen.
Dr. Franke, uns bekannt aus vielen Seepostbelegen, fuhr fast drei Jahrzehnte als Schiffsarzt für viele Reedereien.



Einen ausführlicher Bericht über "Aktuelle Meldungen und Notizen"
von Wilhelm Brockmann
bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf den nebenstehenden Beleg mit der Polarstern klicken.



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von den Herren Friedrich Steinmeyer und Wilhelm Brockmann und von weiteren Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer,
Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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