Schiffspost
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von der Arge!

Schiffspost


Bisherige "Aktuelle Informationen", die schon etwas älter sind, also nicht mehr aktuell,
finden Sie in unserem "Archiv" wieder, nur auf diese Zeile klicken!


Bei der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost ist das Rundschreiben Nr. 163 mit farbigen Abbildungen erschienen.
Aus dem Inhalt u.a. :
  • Die Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939, 11. Fortsetzung.
  • Die Hilfsminensuchdivision Wilhelmshaven.
  • Die Hilfsminensuchdivision Geestemünde.
  • Die Hilfsminensuchdivision der Jade.
  • Komplettfälschung eines Briefes "Deutsche Motorboot-Expedition durch Afrika" aufgetaucht.
  • Ovalstempel Deutsche Seepost / Linie / Hamburg-Westafrika XLII.
  • Eine Postkarte aus Accra nach Bordesholm befördert mit dem Hapag-Dampfer "Edea" aus dem Jahr 1913 mit "drei ???".
  • Die Karten-Briefe * Letter-Card des Norddeutschen Lloyd.
  • Der Seebäderdampfer "Nixe" des NDL, ein früher Nachweis mit dem Dampferstempel "Nixe" aus dem Jahr 1899.
  • Dänemark - eine Geschichte der Fährlinie Kiel-Bagenkop (Insel Langeland) und ein Freistempler an Bord.
  • Seefunktelegramme, Seenachrichten und Frachtbriefe von Schiffen der Deutschen Seereederei Rostock, 1. Fortsetzung.
  • Aktuelle Meldungen und Notizen, u.a. Fleet Week New York und 125 Jahre Nord-Ostsee-Kanal.
  • Handbuch "Deutsche Schiffspost nach 1945", 3. Nachtrag 2020.
  • Sonderdruck der Norwegischen Vereinigung für Norwegische Schiffshistorie über norwegische Schiffspostsonderstempel.

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost,
Herrn Friedrich Steinmeyer, Anschrift, email siehe am Ende dieser Seite.

Einige Artikel aus dem Rundschreiben finden Sie auch auf dieser Internetseite.



Ein detaillierter Bericht über die "Postbeförderung zwischen Deutschland, den mittelamerikanischen Staaten und den Westindischen Inseln mit Schiffen der deutschen Reedereien von 1871 bis 1939" geht nun in die 11. Fortsetzung.

Diesen Bericht bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit der "DALMATIA" oben klicken.



Auf der 39. HBA-Auktion in Hamburg vom 24.-27.4.1902 wurde der oben abgebildete R-Brief unter der Los-Nr. 1026 angeboten zum Ausruf von € 1.500,00 und zugeschlagen für € 1.900,00 + Gebühren.


Der Lostext lautete wie folgt:
1026 DR86 (4) 1911, eingeschriebener Vordruckbrief der "DEUTSCHE MOTORBOOT-EXPEDITION DURCH AFRIKA", frankiert mit vier Stück Germania 10 Pfg. (eine Marke unauffällig beschädigt), entwertet mit vier klaren Stempeln "DEUTSCHE SEEPOST OST-AFRIKANISCHE HAUPTLINIE 19 4 11 n", Seepost-R-Zettel Dampferstempel "R.P.D.GENERAL", via Lourenco Marques nach Berlin mit Ankunftsstempel, Klassebrief in optimaler Präsentation.

Komplettfälschunq des obigen Briefes aufgetaucht
Friedrich Steinmeyer, f.steinmeyer@t-online.de

Über die Deutsche Motorboot-Expedition durch Afrika und deren Leiter Paul Graetz hat Wolfgang Hermann in seinen Berliner Protokollen bereits ausführlich berichtet, so dass ich hier nur über die Komplettfälschung des Briefes berichten will.

Komplettfälschung eines R-Briefes der Deutschen Motorboot-Expedition durch Afrika.

Als ich diesen Brief vor vielen Jahren vorgelegt bekam, war ich doch erstaunt, was und wie man schöne und seltene Belege die einen Bezug zur See- und Schiffspost haben, so verfälschen kann, wie es die obige Abb. zeigt.
Man kann diesen Brief schon fast als Kunstwerk bezeichnen, da der Fälscher nichts ausgelassen hat, um ihn für einen interessierten Käufer ansprechbar zu machen, nur waren seine philatelistischen Kenntnisse nicht ausreichend, so dass das Produkt nicht gelungen ist.
Nachfolgend werden die einzelnen Fälschungen vorgestellt. Alle Abb. sind in Originalgröße abgebildet.

1. Der vetwendete Briefumschlag: Das Original (Abb. zuvor) hat eine Größe von 15,5 x 12,5 cm und die Fälschung von 15,6 x 10,2 cm. Der eingedruckte Text auf dem Original hat unter der Angabe "Deutsche Motorboot-Expedition durch Afrika" eine Doppellinie, während die Fälschung nur eine Linie aufzeigt.
Beim Original ist der Text in einer Groteskschrift gedruckt, währen die Fälschung den Text in einer Antiquaschrift zeigt.
2. Der Seepoststempel "OST-AFRIKANISCHE HAUPTLINIE" mit dem Kennbuchstaben "n" hat im Original einen Durchmesser von 30 mm, während der Stempel auf der Fälschung einen Durchmesser von 28 mm hat.
Allem Anschein nach hat der Fälscher einen Originalabdruck auf einem echten RBriefe reprotechnisch kopiert, aber die Einstellung nicht auf 100% eingestellt.
3. Der R-ZetteI und der Dampferstempel "R.P.D.General":

Die linke Abb. zeigt das Original und rechts die Fälschung vom R-Zettel und vom Dampferstempel.
Der Original-R-Zettel zeigt die Linienangabe als zweizeiligen Stempel und der Registriernummer "No. 672" und ist an allen vier Seiten perforiert, wie wir es auf allen registrierten Belegen vom D. GENERAL sehen können.
Die rechte Abb. zeigt den gefälschten R-Zettel in einem wesentlich fetteren Druck und in einer anderen Schrifttype, außerdem ist dieser R-Zettel nur seitlich perforiert und unten und oben geschnitten.
Die Registriernummer wurde dort handschriftlich "010 17" eingetragen. Der Dampferstempel hat keinen Zwischenraum zwischen "R.P.D." und dem Dampfernamen "General".
4. Kleiner Zweizeiler "Deutsche Seepost / Ostafrika-Linie" und Doppelkreisstempel "Brig.-Ersatz-Batl. 10 / 4. Ersatz-Division" und im Innenkreis "Briefstempel / 1. Komp.".
Hier wollte der Fälscher wohl sein Meisterstück abliefern, denn der FeldpoststempeI hat auf einem Brief der DOAL gar nichts zu suchen und der kleine Zweizeiler ist auf der Linie nie benutzt worden.
5. Als Abschluss noch eine Hinweis auf den Empfänger des R-Briefes "Deutsche Ostsee Zeitung / Redaktion / Kiel" - diese Zeitung hat es im Jahr 1911 in Kiel noch nicht gegeben.
Der Umschlag zeigt keinerlei Beförderungsspuren, selbst die Verschlussklappe ist jungfräulich unbenutzt. Eingangsstempel - keine.

Auf beiden Belegen ist handschriftlich mit Rötel die Zahl "31" vermerkt, eine Deutung war mir leider bisher nicht möglich.
Anhand der beiden Fälschungen muß man feststellen, dass der Fälscher wohl weitere, uns bislang unbekannte Fälschungen produziert hat, daher geht die Frage an die Leser dieses Berichtes, können Sie weitere Fälschungen nachmelden?
Zuschriften bitte an:
Friedrich Steinmeyer, Große Fuhren 35, 27308 Kirchlinteln, f.steinmeyer@t-online.de



Einen detaillierten Bericht über "Die KARTEN-BRIEF * LETTER-CARD" des Norddeutschen Lloyd
bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit dem obigen Kartenbrief klicken.



Ovalstempel
DEUTSCHE SEEPOST / LINIE / HAMBURG-WESTAFRIKA XLII."
Friedrich Steinmeyer, f.steinmeyer@t-online.de

Die oben abgebildete deutsche Weltpostvereins-Antwort-Postkarte, gerichtet an den Schiffsarzt Dr. med. Barth, an Bord des Reichspostdampfers TABORA der DOAL, im Hafen von Las Palmas, Kanarische Inseln, aufgegeben beim Postamt in Eisleben am 1.10.1912, schlummert seid vielen Jahren in meiner Sammlung.
Da ich mich über sehr viele Jahre mit der Seepost der LINIE HAMBURG-WESTAFRIKA nicht beschäftigt hatte und auch die Registrierung von Belegen nicht ernsthaft verfolgt habe, wurden einige Fakten einfach ignoriert.
Als ich meine Aufzeichnungen zum Ovalstempel LINIE HAMBURG-WESTAFRIKA mit der römischen Kennziffer "XLII." studierte, war schnell klar, dass ist einer der sehr seltenen Seepoststempel dieser Linie, der noch viele weiße Flecken hat.

Doch wie kam dieser seltene Seepoststempel auf diese Postkarte von Eisleben nach Las Palmas.

Die Postkarte wurde am 1.10.1912 in Eisleben geschrieben und noch am gleichen Tag der Post zugeführt. Das Postamt in Eisleben entwertete den Wertstempeleindruck zu 10 Pfg. am gleichen Tag.
Allem Anschein nach, wurde dann die Karte im Postsack nach Hamburg expediert und dort, einem ausreisenden deutschen Dampfer mitgegeben und in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln entladen.
Dort erhielt die Karte den Eingangsstempel vom Postamt von Las Palmas unter dem 10.10.1912. Der Zustellversuch dort an den Schiffsarzt Barth an Bord des R.P.D. TABORA der DOAL misslang, da der D. TABORA bereits am 9.10.1912 Las Palmas in Richtung Hamburg verlassen hatte.
Das Postamt in Las Palmas notierte mit roter Tinte den Hinweis für die Rücksendung nach Hamburg.

Am 10.10.1912 lag der Dampfer WIGBERT (l) der Hamburg-Bremer-Afrika-Linie (eine Tochter-Gesellschaft des NDL).
1912 auf der Werft Frerichs & Co., Einswarden erbaut/ 3.367 BRT/ 104,48 m lang / 14,65 m breit / im April 1912 an die HBAL abgeliefert und in den Westafrika-Dienst eingestellt / 6 Passagiere l. Klasse / 32 Mann Besatzung / 17.3.1917 an die Kaiserliche Marine / 1919 an Großbritannien abgeliefert / September 1921 von der HBAL zurück gekauft und umbenannt in WALBURG / Februar 1922 umbenannt in HENNER (Il) / 1932 an die Sowjetunion verkauft.) in Las Palmas.

Das Postamt in Las Palmas übergab die Karte an den Schiffsarzt Dr. med. Barth dem Zahlmeister des Dampfers WIGBERT (l) zur Rückbeförderung nach Hamburg am 10.10.1912.
Am gleichen Tag stempelte der Zahlmeister seinen Seepoststempel "LINIE / HAMBURG- / WESTAFRIKA" mit der römischen Kennziffer "XLII." als Eingangsstempel hinzu und bescherte uns diesen sehr schönen Beleg und den bislang einzigen Nachweis der Verwendung dieses Stempels an Bord des Dampfers WIGBERT von der Hamburg-Bremer-Afrika-Linie.
Leider befindet sich auf der Karte kein Ankunftsstempel von Hamburg, so dass wir all das Vorgenannte als Frage an Sie lieber Leser richten möchten, können Sie mit einer Belegmeldung unsere These unterstützen?

Als 1994 unser verstorbener Sammlerfreund Ulrich Czimmek seine Forschungen zu diesem Sammelgebiet als Band 2 der "Schriften zur Deutschen Kolonialphilatelie und Kolonialgeschichte" unter der Überschrift "Deutsche Seepost Hamburg-Westafrika 1890-1914" herausgegeben hatte, waren alle Sammler mit dem Ergebnis sehr zufrieden und befanden das Gebiet als abgeschlossen, aber einige weiße Flecken blieben doch erhalten und dieser Bericht soll zumindest für den Stempel "XLII." etwas aufhellen.

Herr Czimmek notierte für den Stempel als Verwendung in seiner Stempeltabelle auf Seite "212" seines Werkes die Verwendung an Bord des Dampfers ARNOLD AMSINCK vom 7.2.1907 - 22.2.1908.
Hierzu schreibt er im Kapitel IV. "Die Seepoststempel - eine Überarbeitung nach neuesten Erkenntnissen", Seite 201, zum Stempel "XI-II." wie folgt:
"Hier heißt es "Schiff unbekannt". Für den Stempel "XLII." kommt meines Erachtens nur D'Arnold Amsinck (Abb. 42) in Betracht.
Den Stempel kann der Dampfer vom 7.2.1907 bis 22.2.1908 geführt haben, dann wurde das Schiff auf der Amerika-Linie eingesetzt, fuhr aber emeut auf der HWAL fahrplanmäßig ab Hamburg am 12.1.1909 nach Lüderitzbucht bis April 1911".

Die abgebildete Postkarte nach Karibib in Deutsch-Südwestafrika, aus der Sammlung von Bemd Essler, ist bislang der einzige Nachweis einer Postbeförderung mit dem Dampfer ARNOLD AMSINCK unter Venuendung des Ovalstempels "LINIE / HAMBURG-WESTAFRIKA" mit der römischen Kennziffer "XLII." am 24.11.1907.
Die Karte wurde am 23.11.1907 in Hamburg geschrieben und beinhaltet eine Zahlungsbestätigung.
Die Karte erreichte den Empfänger in Karibib am 21.12.1907. Ein sehr seltener und schöner Beleg mit dem Stempel "XLII." vom Dampfer ARNOLD AMSINCK aus dem Jahr 1907.

Herr Czimmek hatte für seine Forschungen auch das von unserem Mitglied Arno Gottspenn (t), Hamburg, 1988 privat herausgegebene Buch "Die Deutsche Westafrika-Schiffspost 1885-1956" in seine Recherchen einbezogen und das wollen wir auch tun.
Herr Gottspenn bildet in seinem Buch den nachfolgend präsentierten Beleg vom Dampfer ANSWALD aus dem Jahr 1914 ab, beschreibt noch einen weiteren Beleg an den Amtsrichter Dahmann in Exin vom gleichen Tag.

Ich zweifele aber die Verwendung auf Dampfer ANSWALD der Hamburg-Bremer-Afrika-Linie an, da der Dampfer im Jahr 1914 als reiner Frachtdampfer im Dienst nach Deutsch-Ostafrika eingesetzt wurde, wie es einem Geschäftsbericht der HBAL zu entnehmen ist.
Die ANSWALD wurde 1909 auf der Werft des Bremer Vulkan für die HBAL erbaut, war 5.401 BRT groß, 127,40 m lang und 16,54 m breit. Der Dampfer hatte keine Passagiereinrichtungen und war als reiner Frachtdampfer geplant und auch später eingesetzt worden.

Man kann davon ausgehen, dass Herr Gottspenn die handschriftlichen Vermerke zum Dampfer von Herrn Dahmann auf der Rückseite der Postkarten als Aufgabeschiff gedeutet hat.
Herr Dahmann hatte vor der Absendung seiner Gefälligkeitsbelege immer hinten auf die Karte mit Bleistift das jeweilige Schiff notiert, von dem er gern den Seepoststempel zugesandt bekommen hätte.
Das klappte aber nicht immer, da das gewünschte Schiff bereits den Hafen verlassen hatte und der Umschlag mit den Sammlerbelegen bei der Reederei landete.
Die übergab die Einlieferung von Herrn Dahmann einfach einem anderen Zahlmeister, der dann den Wunsch von Herrn Dahmann nach dem Seepoststempel von seinem Dampfer ausführte.
Allem Anschein nach könnte das auch bei den beiden Karten so gewesen sein.

Ich neige dazu, die folgenden Verwendungszeiten für den ovalen Seepoststempel "LINIE / HAMBURG- / WESTAFRIKA" mit der Kennziffer "XLII." wie folgt zu notieren:

  • 09.11.04   Ablieferung des Stempels von der Fa. Gleichmann, Berlin, an die OPD Hamburg, dort als Reservestempel gelagert.
  • 07.02.07-22.02.08 Verwendung an Bord des Dampfers ARNOLD AMSINCK
  • 04.1912-08.1914 Verwendung an Bord des Dampfers WIGBERT
  • 16.01.1914 evtl. Verwendung an Bord des Dampfers ANSWALD (???)
Die weiteren Nachforschungen zum Stempel "XLII." in alter Literatur, hier besonders im Katalog von Philip Cockrill & Arno Gottspenn, brachten keine weiteren Erkenntnisse und wir hoffen auf Ihre Mitarbeit lieber Leser des Berichtes, um den weißen Fleck im Handbuch von Ulrich Czimmek für eine weitere Veröffentlichung zum Stempel "XLII." zu schließen.

Quellen:
Deutsche Seepost Hamburg - Westafrika 1890-1914 von Ulrich Czimmek
Die Deutsche Westafrika-Schiffspost 1885-1956 von Arno Gottspenn-Lutz Grimmer
Norddeutscher Lloyd HAMBURG-BREMER AFRIKA-LINIE von Reinhold Thiel
Geschäftsberichte der HBAL von 1912-1914
Archiv Friedrich Steinmeyer
Sammlung Bernd Essler, Düren
Sammlung Friedrich Steinmeyer, Kirchlinteln und diverse andere Quellen



Einen detaillierten Bericht über "Dänemark - die Geschichte der Fährlinie Kiel - Bagenkop (Insel Langeland) und ein Freistempler an Bord"
bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit dem obigen Beleg der LANGELAND II klicken.



Eine Postkarte aus Accra nach Bordesholm befördert mit dem Hapaq-Dampfer "EDEA" aus dem Jahr 1913

Die oben abgebildete Postkarte nach Bordesholm wurde am 17.5.2020 bei e-bay versteigert, leider kann ich den Zuschlag nicht nennen, aber einige Tage vorher lag er bei € 24,30.

Herr Brockmann hatte den Beleg bei e-bay entdeckt und mir einen Scan zugesandt, da er ihn nicht zuordnen konnte.
Nach erster Betrachtung, war es ein schöner Beleg mit dem ovalen Seepoststempel "LINIE / HAMBURG- / WESTAFRIKA" mit der römischen Kennziffer "XXXV." unter dem "??.5.1914" und zwei zusätzlichen Abdrucken des Dampferstempels "EDEA", ein nicht so häufig vorkommender Beleg von diesem Dampfer.

Als ich mir die Abb. der Karte genau ansah, kamen mir sofort Zweifel an der Korrektheit des Beleges. Der Absender der Karte gab als Aufgabe handschriftlich auf:

"Accra d. 28./X." (1913)

während die Freimarke zu 10 Pfg. Kamerun ein Stempelung unter dem "21.(?)5.14" aufweist.

Nach genauer Überprüfung des Stempelabdrucks war schnell klar, dass die vorliegende sehr schöne und seltene Karte vom Dampfer "EDEA" wohl ihrer Frankatur durch Ablösung beraubt wurde.
Ein "Fälscher" hat dann eine einigermaßen passende gestempelte Freimarke von Kamerun, die mit einem Stempel der "Linie Hamburg-Westafrika" entwertet war, auf die Lücke geklebt und schon war es ein seltener Beleg geworden.
Der Fälscher hat aber verschiedene Fehler gemacht, die nachfolgend notiert sind:
1. die Frankierung in Accra mit einer Freimarke aus der deutschen Kolonie Kamerun war nicht zulässig.
2. die Freimarke von Kamerun zeigt ein Datum "??. 5. 14", die Karte wurde aber 28. X. 1913 in Accra geschrieben, also fünf Monate früher. Dass passt auch zum Fahrplan von Herrn Czimmek. Der D. EDEA war am 1.11.1913 in Accra und übernahm dort die Karte zur Weiterbeförderung nach Deutschland. Die Karte wurde am 5.12.1913 in Hamburg der dortigen Post übergeben und weiter nach Bordesholm befördert.
3. das Bordpostamt stempelte die Postkarte mit dem ovalen Seepoststempel "LINIE / HAMBURG- / WESTAFRIKA" mit der römischen Kennziffer "XXXV." wohl am 1.11.1913 (leider ist das Datum nicht erkennbar (das war wohl auf der entfernten Freimarke zu sehen), außerdem ist die Stempelfarbe des Originalabdrucks des Seepoststempels grau, währen die Kamerun-Marke mit einem voll eingefärbten Stempel (evtl. der Stempel mit der Kennziffer "XXXII.) entwertet wurde (siehe auch die folgende Abb.).

Zum Schluß des kleinen Berichtes stellen wir noch den Dampfer EDEA mit seiner Geschichte vor:

Der Fracht- und Passaqierdampfer EDEA

Der Dampfer wurde 1903 auf der Reiherstiegwerft, Hamburg, für die Woermann-Linie als D. EMILIE WOERMANN erbaut:
Technische Daten: 2.486 BRT / 91 ,8 m lang / 12,4 m breit / 10 Knoten /Passagiere: 9 l. und 9 in der Il. Klasse / 32 Mann Besatzung.
5.6.1903 Stapellauf / 3.8.1903 Ablieferung als EMILIE WOERMANN an die Woermann-Linie und in den Hamburg-Westafrika-Dienst eingestellt / 1.5.1907 an die Hapag verkauft, die das Schiff unter dem Namen EDEA im gleichen Fahrtgebiet in Fahrplangemeinschafi mit der Woermann-Linie einsetzt / 10.1918 an den ReederKayser, Bremerhaven verkauft / 25.7.1919 an die belgische Regierung abgeliefert / 1921 unbenannt in MAROC / 08.1933 in Gent abgewrackt.

Quellen:
"Deutsche Seepost Hamburg - Westafrika 1890-1914", Handbuch von Ulrich Czimmek, erschienen in den Schriften zur Deutschen Kolonialphilatelie und Kolonialgeschichte, Band 2, 1994
"Die deutsche Afrika-Linie" von Arnold Kludas, 1982
Eigene Forschungsunterlagen



Der Seebäderdampfer "NIXE" des NDL
Ein früher Nachweis mit dem Dampferstempel ..NIXE" aus dem Jahr 1899
Horst Lüddicke, Leipzig

Der Norddeutsche Lloyd Bremen, ließ 1899 für seine Seebäderdienste bei der Werft G. Seebeck AG in Geestemünde, einen Raddampfer erbauen.
Am 4. Mai 1899, wurde er auf den Namen NIXE getauft und am 23.6.1899 an die Reederei übergeben und in den Seebäderdienst eingestellt.

Der Dampfer war bis zum Beginn des l. WK im Sommer nach Helgoland und den Ostfriesischen Inseln im Einsatz.
In den Wintermonaten war die NIXE zu Fahrten an der italienischen Mittelmeerküste im Einsatz.

Die oben abgebildete Postkarte nach Dresden zeigt eine sehr frühe Verwendung mit einem zweizeilig gerahmten Dampfer unter dem 31. Juli 1899.
Der Absender der Karte schreibt unter anderem: "An Bord der Nixe, soeben fahren wir am Rothesand Leuchtturm vorüber. Das Schiff geht nach Helgoland und Nordemey".
Das ist der bisher früheste bekannte Abschlag dieses Dampferstempels.
1899 auf der Werft G. Seebeck AG, Geestemünde, erbaut / 844 BRT / 75,46 m lang / 9,22 m breit / 16,5 Knoten / 573 Passagiere / 30 Mann Besatzung.
4.5.1899 Stapellauf / 23.6.1899 Ablieferung / Norderney-Dienst / ab Winter 1899 gelegentlich im Neapel-Capri-Dienst eingesetzt / 18.3.1916 an die Hafenschutzflottille der Kaiserlichen Marine / 30.6.1916 an den NDL zurück / Nach dem l. WK mußte der Dampfer nicht an die Siegermächte abgeliefert werden / ab 1919 kam die NIXE wieder für Passagierfahrten zum Einsatz.

Vorwiegend verkehrte der Dampfer auf der Route Swinemünde-Pillau / 1920 im Einsatz bei Abstimmungsfahrten / 1925 übernahm Alwin Meyer, Altona, den Dampfer / 1926 war der Dampfer für die Frisia GmbH, Altona, registriert / ab 1928 kam die NIXE für Fahrten ab Stettin zum Einsatz / 10.1929 nach Sheffield zum Abwracken verkauft / 27.12.1929 auf der Überführungsfahrt von Stettin über Frederikshavn nach Inverkeithing im Schlepp des britischen D. SCOTSMAN 63 sm nordwestlich von Hanstholm gesunken.
Die Postkarte nach Halle in Westfalen ist der bislang einzige Nachweis für den oben abgebildeten Dampferstempel des NDL-Seebäderdampfers NIXE.
Die Frankatur zu 5 Pfg. wurde am 16.8.1910 vom Postamt Bremerhaven entwertet. Die Bildseite der Karte zeigt eine Abb. des Dampfers (siehe obige Abb.).
Sollten Sie lieber Sammlerfreund vom Raddampfer NIXE weitere Belege besitzen, würden wir uns über eine Nachmeldung freuen.

Literatur: Handbuch der Deutschen Handelsmarine 1914
Die Seeschiffe des Norddeutschen Lloyd, Band l, von Arnold Kludas, Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford, 1991
Sammlung von Friedrich Steinmeyer



Einen detaillierten Bericht über die "Seefunktelegramme, Seenachrichten und Frachtbriefe von Schiffen der Deutschen Seereederei Rostock", 1. Fortsetzung,
bekommen Sie angezeigt, wenn Sie auf das Bild mit den DSR Liniennetz klicken.



Quelle:
Die Berichte dieser Seite stammen von den Herren Friedrich Steinmeyer und Wilhelm Brockmann von der Arbeitsgemeinschaft Schiffspost im Bund Deutscher Philatelisten e.V.
email:   Wilhelm.Brockmann@t-online.de

Interessenten wenden sich an den Leiter der Arge Schiffspost, Herrn Friedrich Steinmeyer, Grosse Fuhren 35, D-27308 Kirchlinteln.
email:   F.Steinmeyer@t-online.de  

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