>
|
Seemotive:
Meeresungeheuer, See-Monster!
|
Zur Ferienzeit wird hier eine heitere Seite aus der maritimen Briefmarkenwelt gezeigt.
Es wird dabei nur auf Meeresungeheuer eingegangen. Meermänner, Seejungfrauen und Nixen
sind auf einer weiteren Seite dargestellt.
|
|
Auf alten Seekarten findet man immer wieder eingezeichnete Meeresungeheuer. Dort, wo
noch nichts erforscht war, wurden statt weißer Flecken schuppige Monster eingezeichnet.
Sie dienten aber auch der Abschreckung. Seefahrer, die eine neue Route erkundet hatten,
wollten mit schrecklichen Berichten andere von diesem Seeweg fernhalten.
Die Portugiesen
verbreiteten sogar das Gerücht, dass nur die von ihnen gebauten Karavellen den Ungeheuern
trotzen könnten. Alle weiteren Schiffe würden von Seedrachen, Riesenfischen, Polypen etc.
verfolgt und verschlungen. Diese drei Marken zeigen einen Ausschnitt aus einer Seekarte
von Olaus Magnus 1539.
|
|
|
Viele Berichte ranken sich um Seeschlangen. Zum Beispiel
beobachteten 1848 der Wachoffizier
und der Kapitän der britischen Fregatte 'Daedalus' eine riesige Seeschlange.
Sie hatte einen Schweinskopf, eine Pferdemähne und glitt durch das Wasser mit 12
bis 15 Knoten. Dieser Bericht ist angeblichbei bei der Admiralität vorhanden.
|
Der grönländische
Missionar Paul Egede sah 1734 eine Seeschlange, die sich so hoch über dem Wasser erhob,
dass der Kopf über den Mastkorb emporzuragen schien.
Diese Riesenschlange hatte eine lange Schnauze, blies wie ein Wal, hatte Flossen und
eine schuppige Haut.
|
|
|
Die Hydra ist ein neunköpfiges Ungeheuer der griechischen Mythologie.
Der Name Hydra bedeutet Wasserschlange.
Wenn sie einen Kopf verliert, wachsen ihr zwei neue, zudem ist der Kopf in der Mitte unsterblich.
Der griechische Held Herkules musste gegen sie kämpfen. Zusammen mit seinem Neffen Iolaos schlugen sie
die Köpfe ab und brannten die Hälse mit einer Fackel aus.
Die Spitzen seiner Pfeile tränkte Herkules im Blut der Hydra. Sie verursachten fortan unheilbare Wunden.
|
|
|
Scylla war ein Meeresungeheuer in der griechischen Mythologie. Sie hatte den Oberkörper einer jungen Frau
und einen Unterleib, der aus sechs Hunden bestand. Sie war einst ein schönes Mädchen, eine Nymphe und liebte
Glaukos. Die Zauberin Kirke war eifersüchtig und vergiftete das Meer, in dem Scylla badete.
Als Scylla aus dem
Wasser stieg war sie entstellt und aus ihrem Unterleib wuchsen sechs Hundeköpfe. Scylla wurde zum wilden Tier.
Mit ihren Fangarmen griff sie sich sechs unvorsichtige Seeleute aus Odysseus Mannschaft.
|
Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts gab es viele Berichte über Seeschlangen.
Der Holländer Zoologe Oudemanns wertete 1892 mehrere hundert Berichte aus
und kam zu der Ansicht, dass 187 Begegnungen mit Meeresungeheuern als erwiesen
gelten müssten. Aus den Darstellungen will er ein robben- oder
schlangenähnliches Säugetier mit langem Hals und Ruderschwanz erkannt haben.
|
|
|
Columbus hatte 1492 Schwierigkeiten, eine Besatzung für seine Entdeckungsreise zu bekommen.
Die Seeleute glaubten an Seemannsgarn mit Schreckensgeschichten. So drohten Magnetberge,
alle Nägel aus dem Schiff zu ziehen, so lauerten im 'Meer der Finsternis' (Atlantik)
drohende Ungeheuer, um Schiff und Besatzung zu verschlingen. Erst nach einem gewissen
behördlichen Druck und Versprechungen von 'Reichtümern' gelang es die
Mannschaften zusammenzustellen.
|
|
|
Hier sehen wir das Seepferd von Petri Belloni aus seinem Werk 'De Aquatilibus' von 1580.
Es wird dort 'Fabulosus Equus Neptuni' genannt, das phantastische Pferd Neptuns.
Neptun war nicht nur der römische Gott des Meeres, sondern auch der Rennbahnen.
Heilige Tiere waren Delphine, Stiere und Pferde.
Dieses Pferd ist ein Mischwesen aus Fisch (Schwanz und Flossen unter den Hufen) und Pferd
(Oberkörper und Kopf). Der griechische Meeresgott Poseidon zeugte mit der Medusa das
Flügelpferd Pegasus. Und Pegasos bedeutet 'Quellross'. So schliesst sich der Kreis
zwischen griechischer und römischer Mythologie.
|
|
Bei den nordischen Sagen ringelt sich die Midgardschlange im Wasser rund um die bewohnbare Welt.
Auf der linken Marke ist eine Szene aus der Götterdämmerung dargestellt.
Loki, am Steuer des Schiffes 'Nagelfar', greift die Asen an,
im Hintergrund die Midgardschlange, die ihm hilft. Sie wird allerdings von Thor (Donar),
dem Hammerschwinger erschlagen, rechte Marke.
|
|
Waskos sind mysteriöse Seewölfe, die Jagd auf Wale machen. Einst rettete ein
Haida Indianer zwei kleine Waskos vor dem verhungern. Aus Dankbarkeit sollen die Waskos
dem Jäger viele Wale gebracht haben. Mit dieser Nahrung konnte sein Stamm versorgt
werden. Am Ende der Legende verwandelten sich die beiden Waskos in zwei große
Felsen vor der Küste.
|
|
|
Jules Verne schrieb auch den Roman "Die Eissphinx" (auch "Verschollen im Eismeer").
Nach einem Schiffbruch im Südpolarmeer driften zwei Seeleute immer weiter nach Süden und begegnen,
als sie sich dem Südpol nähern, einer mysteriösen Nebelwand und einer riesenhaften, schneeweißen Gestalt.
Diese Eisphinx verfügt über starke magnetische Kräfte. Die Eisenteile der Schiffe werden von ihr
angezogen und so zerschellen die Boote an ihrem Felsen.
|
|
|
Links sehen wir ein Gemälde des japanischen Malers Katsushika Hokusai (1760 - 1849).
Es hat den Namen 'Whaling Off Goto'. Der lauernde Riesenwal ähnelt von weitem
einer Insel. Dies erinnert an die Legende des schottischen Abtes Brandan. Er war 545
nach Westen gesegelt um das Paradies zu finden. Als sie auf einer Insel Halt machten, um eine
Messe zu lesen entzündeten sie auch ein Feuer. Da bewegte sich die Insel plötzlich,
sie entpuppte sich als Riesenwal. Nur mit Mühe konnten sich die Mönche retten.
Siehe dazu die oberen Jersey-Marken.
|
Eine weitere Indianer-Legende berichtet von einem Killerwal, der unbedingt auf einem
Totempfahl abgebildet sein wollte. Er griff sich einen indianischen Fischer und zog
ihn in sein Unterwasserquartier. Dort musste der Fischer lernen, wie man die Killerwale
mit ihrer Rückenflosse malt. Danach brachte er ihn wieder an die Oberfläche.
Seit der Zeit sind Gesichter von Killerwalen mit einer großen Flosse auf
Totempfählen und Häuserfronten zu sehen.
|
|
|
|
|
Viele Mythen haben ihren Ursprung im Sargasso Meer. Es liegt in etwa nordöstlich
der Karibik, siehe linke Marke oben, der grünliche Bereich um die rote Columbusroute.
Hier treibt das Sargasso Kraut, Teilmarke vergrössert rechts.
Manchmal ist es so dicht, dass man früher glaubte, dass Schiffe für immer darin
stecken blieben. Gruselgeschichten erzahlen dann immer von Kraken / Polypen, die die
Schiffe festhielten und sich die Matrosen von Bord holten.
Siehe dazu das Titelbild auf dieser Seite.
|
|
|
Immer wieder taucht auf den alten Markenbildern der Wal auf. Er war das größte bekannte im Meer lebende
Tier, sein Anblick war furchteinflössend.
Wenn die Wale durch ihre Nasenlöcher ausatmen, ihren Blas ausstossen, kondensiert die Luft zu kleinen
Wassertröpfchen. Die Kartengestalter malten für die Nasenlöcher kleine Rüssel auf denn Köpfenn der Tiere.
Rechts wehrt sich eine Besatzung gegen den Angriff zweier Wale,
indem sie die Tiere mit Fässern vertreiben wollen.
|
|
Dazu passt diese Karte von den Seychellen, auf denen rechts
ein Monster zwei Fontänen analog einem Wal ausbläst. Ganz oben ist ein
fliegender Fisch dargestellt.
|
|
|
Wenn man sich Karten-Marken ganz genau ansieht, kann man auf ihnen immer wieder Schiffe
und auch Monster erkennen. Auf dem linken schwedischen Markenausschnitt sehen wir einige stachlige
Ungeheuer, eine Seeschlange, eine Nixe (?) und einen Hummer. Es handelt sich ebenfalls
um eine Olaus Magnus Karte von 1572. Auf der rechten isländischen
Marke hat Olaus Magnus 1539 einen rochenähnlichen Fisch gemalt, der mit vier
weiteren Fischen nach einem Menschen greift.
|
|
Das Seeungeheuer heutiger Zeit hat den Namen 'Nessi' und lebt im schottischen Loch Ness.
Eine Fotografie von Nessi wurde als Schwindel entlarvt, dennoch behaupten einige Personen,
dass sie Nessi gesehen haben. Es hat eine Untersuchung des Sees mit Sonargeräten
gegeben, aber Nessi wurde nicht entdeckt. Bei der 'Official Loch Ness Monster Exhibition' wird Nessi
einem Dinosaurier ähnlich dargestellt, siehe linke Marke.
|
|
|
Zum Schluss zwei Tatsachen: Die Wikinger verzierten den Bug ihrer Schiffe oft mit einem
Drachenkopf, linke Marke. Diese 'Zierde' diente
in erster Linie dazu, den Gegner zu erschrecken und ihn in Furcht zu versetzen.
Wenn so ein Kopf aus dem Nebel auftauchte, sollte der Feind ein Seeungeheuer vermuten.
Diese Drachenköpfe waren meist abnehmbar. Wenn das Boot nach Hause kam sollten
die Landgeister nicht erschreckt werden.
Auf der Jagd nach dem Wal wird ein Fangboot samt den Seeleuten von der Walfluke in die
Luft gewirbelt, rechte Marke. Dies soll zeigen, das es im Meer doch noch riesige Lebewesen gibt und
dem Menschen gefährlich werden können.
|
|